Special

John's Tourtagebuch #3

Hallo Fans!

Mannomann, hier war gestern was los! Echt der totale Wahnsinn. Da hat der Muax mir vielleicht was eingebrockt. Aber alles der Reihe nach, denn ich bin immer noch ein bisschen konfus.

Gestern haben wir am späten Nachmittag in Leeds ein Kinderkrankenhaus besucht. Schon dabei merkte ich, wie mein Handy in meiner Hosentasche verrückt spielte. Kaum draußen, warf ich einen Blick darauf und wurde von einer Flut von Nachrichten erschlagen: Anrufe, SMS, WhatsApp, und und und. Alles wegen dieses Muax-Filmchen.

Ich kam gar nicht dazu, mir den Beitrag fertig anzuschauen, da hatte ich auch schon Laura am Apparat. Was denn bitte schön das mit dem „Hey, Süße!“ sollte? Ich kann Euch sagen, sie war echt aufgebracht und ich hab `ne ganze Weile gebraucht, um sie zu beruhigen. Ich konnte ihr aber schließlich plausibel machen, dass auch sie schöne Stifte im Büro hat und dass das eben auch ein wichtiger Bestandteil im Leben eines Superstars ist und gar nicht so gemeint war, wie es aussah.



Na ja, jetzt überlegt sie halt wieder, mir im Wohnmobil nachzureisen, weil sie meint, man könne mich keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Schöner Mist. Aber wenigstens hatte unser Gespräch auch etwas Positives, denn wir werden nach der Tour gemeinsam an meinen Ess-Manieren arbeiten. Die sind halt noch nicht so ausgeprägt wie meine Fähigkeiten auf Pflastersteinen.

Jedenfalls könnt Ihr Euch vorstellen, dass ich über dieses Tagebuch absolut not amused bin (um es mit den Worten der Queen auszudrücken). Ich habe den Muax auch direkt mal bei Twitter blockiert, damit er meine ganze Ablehnung deutlich spürt. Baunatal hat ihm wohl noch nicht gereicht.

Auch habe ich mich heute mit meinem Umfeld beraten, was man dagegen tun kann. Da hatte Jörg, mein Manager, eine hervorragende Idee. Er meinte, ich solle meine DEGE-Mütze einfach Tag und Nacht tragen und noch Alufolie drunterpacken. Das würde meine Gedanken abschotten und Muax hätte keine Chance mehr, in mein Hirn einzudringen, um meine Gedanken zu lesen und mich öffentlich bloßzustellen. Das werde ich heute Abend gleich mal ausprobieren.

Mannomann, ich habe echt überhaupt keinen Kopf Euch zu schreiben, was hier sonst noch Interessantes passiert. Es wird Zeit, dass die Tour beginnt, damit ich meinen Blick fest nach vorne richten kann. Apropos, dem Hals geht es wieder besser.

So, die Jungs machen jetzt noch einen kleinen Spaziergang vor der Teampräsentation und ich möchte die Zeit nutzen, um zusammen mit Jörg in den Keller zu gehen. Lachen soll ja schließlich gesund sein!

Bis bald,
DEGE

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Kurz vor der 101. Tour de France hat Enrico Muax bei der VHS noch einmal einen Schnellkurs in Telepathie belegt und möchte sein aufgefrischtes Wissen nun dazu nutzen, seinen Lesern täglich exklusiv die Gedanken von John Degenkolb aufzuschreiben, die er in langen nächtlichen Séancen auf seinem Balkon einfängt (oder einzufangen glaubt).