Special

Der Deutsche an sich fährt hinterher

Aus Salies-de-Béarn von Jo Logique

Nun ist sie wohl gelaufen, die Tour. Der Spanier besiegt den Luxemburger und der Deutsche an sich fährt hinterher. So lautet mein Fazit der diesjährigen Großen Schleife.

Wenn jetzt keiner von den großen Favoriten vom Rad fällt, werden die letzten drei Etappen wohl keine Überraschungen mehr mit sich bringen.

Eigentlich könnte ich jetzt schon meine Koffer packen und nach Hause fahren, aber ich bleibe natürlich noch bis zum Schluss. Die Tour ist ja immer für eine Überraschung gut und dann ist es wichtig, direkt am Ort des Geschehens zu sein.

Hier bekommt man die kleinen Gerüchte und großen Geschichten eben aus erster Hand. Oftmals Kleinigkeiten, die bei genauerem Hinsehen zur ganz großen Story werden können. Und Paris ist ja auch immer noch ein Highlight.

Auf Milram bin ich gerade gar nicht gut zu sprechen und auf Château auch nicht, aber das ist ein Thema, welches ich hier nicht weiter ausbreiten möchte. Ich werde mir nach der Tour überlegen, wie ich damit umgehen werde.



Nur soviel: Die erste Tourwoche macht Château hier einen auf „keiner hat mich lieb“ und nur, weil er mal ein gutes Interview hatte, spielt er sich jetzt auf wie der große Zampano.

Wie der auf der Geschichte mit der Kette vom Schleck und seinem Fair Play rumgeritten ist, war an Zynismus nicht zu überbieten. Ausgerechnet Château hält hier die Fair Play-Fahne hoch. Der soll sich lieber mal an die eigene Nase packen.

Aber ich will meinen letzten Tagebucheintrag nicht im Zorn beenden. Auch wenn es meist hektisch war, hat es mir großen Spaß gemacht hier, von der anderen Seite der Kulissen zu berichten. Vor allem aber habe ich es genossen, mal ganze Sätze schreiben zu können, denn im Grunde habe ich ja viel mehr drauf als immer nur vier große Buchstaben.

Also, ich wünsche allen Lesern alles Gute und würde mich freuen, so etwas bald mal wieder zu machen.

Ciao
Jo

Vier Musketiere bei der Tour! 



Vom 3. bis 25. Juli werden wir nicht nur viele Bilder aus Frankreich sehen, sondern auch jede Menge über die Tour de France in den Zeitungen lesen. Doch wer sind die Männer, die sich auf den französischen Landstraßen schreibenderweise aufopfern, von Stadt zu Stadt reisen, um uns Leser mit frischen und spannenden Geschichten zu füttern? Vier von ihnen werden exklusiv und abwechselnd auf muax.de Tagebuch führen und uns ihre Eindrücke vom größten Radrennen der Welt schildern: André Cellule, Jo Logique, Manné Mepris und André Château. Alle vier berichten unter anderem für vier große deutsche Tageszeitungen, die an dieser Stelle nicht genannt werden möchten. Überhaupt ist das Ganze ein bisschen heikel und deswegen sind alle oben genannten Personen frei erfunden und eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt.