Special

„Präsi“ ist Andreas Klöden

Aus Bagnères-de-Luchon von Manné Mépris

Tachchen zusammen. Heute hab ich jute Neuigkeiten. Ick weiß jetzt, wer hinter Präsi steckt! Also zu 99 Prozent. Aber det eine Prozent jehört halt zum Berufsrisiko mit dazu.

Aber von vorne. Als der Muax mich am Samstag anrief und ein wenig verzweifelt war, weil er Logique nicht erreichen konnte, fragte er mich, ob ick meinen Tagebucheintrag vorziehen könne, damit keine Lücke entsteht. Da hab ick den erstma beruhigt und ihm ma klar jemacht, dass es manchmal von Vorteil ist, sich rar zu machen. Ick bin ja schließlich ein alter Hase in dem Jeschäft und weiß, wie man Spannung erzeugt.

Jedenfalls kam mir det auch janz jelegen, weil am Wochenende ja ma richtig viel zu tun war. Das hat mich aber nicht davon abhalten können, meine Recherche in Sachen Präsi weiterzuführen.

Präsi “ ist Andreas Klöden, da bin ick mir jetzt janz sicher! In der Nacht zum Sonntag hab ick mir nochma alle Namen der deutschen Fahrer in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, einen nach dem anderen und hab versucht, sie jeistig mit der Figur abzugleichen. Bei Klöden bin ick dann hängen jeblieben.



Klöden spricht ja nicht mehr mit der deutschen Presse und liest sie ja angeblich auch nicht mehr. Auf der anderen Seite hat jeder Mensch det Bedürfnis sich mitzuteilen, jeder! Det is uns quasi in die Wiege jelegt. Wenn er also offiziell nicht mehr spricht, liegt es Nahe, det der sich eine Kunstfigur erschafft, um sich mitzuteilen.

Dann habe ick mir nochmal in Ruhe das Tagebuch von der letzten Tour durchjelesen. Sicher gibt es da große Diskrepanzen zu Klödens Abschneiden, aber jenau det is ja der Punkt. Ick meine, wenn der da jenau reinjeschrieben hätte was passiert ist, wäre det ja sofort aufjefallen, wer dahinter steckt. Einfach genial!

So ergibt sich bei mir ganz klar det Bild eines Menschen, der sich selbst mit seinem Verhalten in die Enge jetrieben hat und sich jetzt in eine Fantasiewelt flüchtet.

Det jeht sogar soweit, dass er ein Tagebuch vom Giro d'Italia geschrieben hat, obwohl er gar nicht dort war. Ein Leben in der Traumwelt sozusagen.

Jetzt werden Sie sich fragen, wie ick darauf jekommen bin, wa? Janz einfach: Ick bin auf seine Twitter-Seite gestoßen. Da kritzelt der bei jeder Gelegenheit rein wie verrückt und det erklärt wiederum, weshalb er von der Tour als „Präsi“ nichts hat von sich hören lassen.

Er twittert jetzt und sucht damit wieder den Anschluss von der Traumwelt an die Realität.

Ein Beispiel: "and then just before the finish, I followed the cars and had to turn around :( for the right Way to the Finish. Shit Day :(  - 9:21 PM Jul 18th“

Ick meine, det muss man nicht zweima lesen um sofort zu merken, det sowas eine typische Präsi-Situation is! Det is für mich eindeutig!

Erstaunlich ist auch sein letzter Eintrag. Da jeht er über in die englische Lyric und sein unjebrochener Wunsch, sich der Außenwelt mitzuteilen, schlägt sich als Jedicht nieder:

it reminds you
of the Stage 3

Saxo has also
pool on the cobblestones

as the fall at
position 10 was :(

Ist det nicht schön? Besonders der Herbst und am Ende dieser Gefühlsausdruck spiegeln für mich auf eindrucksvolle Weise seine Melancholie und Mannigfaltigkeit wieder. Det is verborgene Leidenschaft!

Also für mich ist die Sache jetzt klar wie Kloßbrühe!

Manné Mépris grüßt Deutschland!

Vier Musketiere bei der Tour! 



Vom 3. bis 25. Juli werden wir nicht nur viele Bilder aus Frankreich sehen, sondern auch jede Menge über die Tour de France in den Zeitungen lesen. Doch wer sind die Männer, die sich auf den französischen Landstraßen schreibenderweise aufopfern, von Stadt zu Stadt reisen, um uns Leser mit frischen und spannenden Geschichten zu füttern? Vier von ihnen werden exklusiv und abwechselnd auf muax.de Tagebuch führen und uns ihre Eindrücke vom größten Radrennen der Welt schildern: André Cellule, Jo Logique, Manné Mepris und André Château. Alle vier berichten unter anderem für vier große deutsche Tageszeitungen, die an dieser Stelle nicht genannt werden möchten. Überhaupt ist das Ganze ein bisschen heikel und deswegen sind alle oben genannten Personen frei erfunden und eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt.