Special

Zwei Stunden um mein Privatleben kümmern

Von André Cellule aus Morzine

Endlich Ruhetag! Der ist jetzt aber auch bitter nötig. Die erste Tourwoche hat ja gleich richtig reingehauen. Apropos reinhauen: Zu der Geschichte mit Gianni möchte ich an dieser Stelle nur soviel sagen: Wir haben uns ausgesprochen und das Thema ist vom Tisch.

Unglaublich was sich hier in der ersten Woche alles abgespielt hat. Gestern hat es den siebenfachen Tour-Champion Lance mal richtig nach hinten rauskatapultiert. Da habe ich – trotz allem, was ich in all den Jahren über ihn geschrieben habe – zum ersten mal Mitleid mit ihm bekommen und mich gefragt: Warum tut sich der alte „Mann“ das an? Sie merken, ich hab „alte Mann“ direkt mal in Sonderzeichenwatte gepackt. Noch so eine Rauferei kann ich beim besten Willen nicht gebrauchen, schon gar nicht mit einem Cowboy.

Im Grunde kommen jetzt auch für uns erst die wirklich schweren Etappen. Nach dem Prolog ergeben sich im Laufe der Tage eine ganze Reihe von Themen,die mehr oder weniger direkt mit der Tour, mit Radsport oder Doping zu tun haben. Das ist schwer zu erklären, aber ich habe mir mal die Mühe gemacht, meinen Arbeitsplan zu fotografieren, damit sie einmal einen Eindruck bekommen, wie verschachtelt das Ganze hier ist.



Jetzt muss ich mich mal zwei Stunden um mein Privatleben kümmern, denn nachher geht es noch zu diversen Presseterminen der Teams. Da wird der Ruhetag schnell wieder zum Arbeitstag.

Ciao
André


Vier Musketiere bei der Tour! 



Vom 3. bis 25. Juli werden wir nicht nur viele Bilder aus Frankreich sehen, sondern auch jede Menge über die Tour de France in den Zeitungen lesen. Doch wer sind die Männer, die sich auf den französischen Landstraßen schreibenderweise aufopfern, von Stadt zu Stadt reisen, um uns Leser mit frischen und spannenden Geschichten zu füttern? Vier von ihnen werden exklusiv und abwechselnd auf muax.de Tagebuch führen und uns ihre Eindrücke vom größten Radrennen der Welt schildern: André Cellule, Jo Logique, Manné Mepris und André Château. Alle vier berichten unter anderem für vier große deutsche Tageszeitungen, die an dieser Stelle nicht genannt werden möchten. Überhaupt ist das Ganze ein bisschen heikel und deswegen sind alle oben genannten Personen frei erfunden und eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig und nicht beabsichtigt.